Steuererklärung für Freiberufler erklärt
Welche Steuern musst du zahlen? Was kannst du absetzen? Ein praktischer Überblick über die wichtigsten Punkte für deine Steuererklärung als Selbstständiger.
Warum deine Steuererklärung als Freiberufler wichtig ist
Als Freiberufler bist du selbst verantwortlich für deine Steuererklärung. Das klingt vielleicht überwältigend, aber es ist eigentlich ganz straightforward, wenn du weißt, worauf du achten musst. Die gute Nachricht? Du kannst viel Geld sparen, wenn du deine Betriebsausgaben richtig absetzt.
In diesem Leitfaden zeigen wir dir Schritt für Schritt, welche Steuern du zahlen musst, welche Ausgaben du absetzen kannst und wie du deine Unterlagen organisierst. Wir konzentrieren uns auf die Praxis — nicht auf komplizierte Steuerjargon.
Die wichtigsten Steuern für Freiberufler
Du zahlst normalerweise drei Arten von Steuern: Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer. Die Einkommensteuer wird auf deinen Gewinn erhoben — das ist der Unterschied zwischen deinen Einnahmen und deinen Ausgaben. Je höher dein Gewinn, desto höher die Steuer.
Die Umsatzsteuer musst du in der Regel abführen, wenn du Rechnungen stellst. Du sammelst die Umsatzsteuer von deinen Kunden ein und zahlst sie an das Finanzamt. Wichtig: Du kannst dir die Umsatzsteuer zurückholen, die du für deine Betriebsausgaben zahlst. Das nennt sich Vorsteuerabzug.
Die Gewerbesteuer zahlt du nur, wenn du nicht als Freiberufler anerkannt bist. Echte Freiberufler — Ärzte, Anwälte, Architekten, Grafiker — sind befreit. Das ist einer der größten Vorteile des Freiberufler-Status.
Betriebsausgaben — Was du absetzen kannst
Hier wird’s interessant. Jede Ausgabe, die direkt mit deinem Geschäft zu tun hat, ist abzugsfähig. Das heißt, sie reduziert deinen Gewinn und damit deine Steuerlast. Das können kleine Dinge sein oder größere Investitionen.
Typische Betriebsausgaben sind: Büromaterial und Software (300–600 Euro pro Jahr für viele Freiberufler), Telefon und Internet, Reisekosten, Fortbildungen, Versicherungen, Büroausstattung, und Miete für dein Home Office. Für das Home Office kannst du entweder 5 Euro pro Quadratmeter rechnen oder die tatsächlichen Kosten nachweisen.
Wichtig: Sammle alle Belege. Eine Kreditkartenabrechnung oder Kontoauszug reicht nicht aus — du brauchst die echten Rechnungen und Quittungen. Digitale Aufbewahrung ist okay, aber du musst die Unterlagen 6 Jahre aufheben.
Praktischer Tipp: Die häufigsten Fehler vermeiden
- Nicht alle Rechnungen sammeln — fang jetzt an, alles zu dokumentieren
- Private Ausgaben mit geschäftlichen vermischen — führe separate Konten
- Zu spät abgeben — die Frist ist meistens der 31. Mai des Folgejahres
- Keine Angebote und Rechnungen aufbewahren — das sind deine wichtigsten Belege
- Umsatzsteuer vergessen — wenn du diese Voraussetzungen erfüllst, musst du eine Umsatzsteuererklärung einreichen
So organisierst du deine Steuererklärung — Schritt für Schritt
Sammle deine Unterlagen
Zusammen alle Rechnungen, Quittungen, Kontoauszüge und Belege für das abgelaufene Steuerjahr. Dazu gehören auch Rechnungen, die du gestellt hast, und Ausgaben, die du bezahlt hast.
Berechne deine Einnahmen und Ausgaben
Addiere all deine Rechnungen (Einnahmen) und alle Betriebsausgaben. Die Differenz ist dein Gewinn. Viele Freiberufler nutzen Tabellenkalkulation oder spezielle Buchhaltungssoftware dafür.
Fülle die Anlage S aus
Die Anlage S ist das Formular für Einkünfte aus selbstständiger Arbeit. Hier trägst du deine Einnahmen und Ausgaben ein. Das Finanzamt braucht diese Übersicht.
Reiche deine Erklärung ein
Du kannst die Steuererklärung online über ELSTER einreichen oder per Post senden. Online ist schneller. Die Frist ist normalerweise der 31. Mai des Folgejahres.
Viele Freiberufler zahlen zu viel Steuern, weil sie ihre Ausgaben nicht richtig dokumentieren. Mit ein bisschen Organisation sparst du schnell mehrere hundert Euro pro Jahr.
— Erfahrene Steuerberater
Das Wichtigste zusammengefasst
Deine Steuererklärung als Freiberufler muss nicht kompliziert sein. Das Wichtigste: Dokumentiere deine Einnahmen und Ausgaben sorgfältig, nutze alle Betriebsausgaben, um deine Steuerlast zu senken, und halte dich an die Abgabefristen. Die meisten Freiberufler können ihre Steuererklärung selbst erstellen, aber bei Unsicherheiten ist ein Steuerberater eine gute Investition.
Starte jetzt mit einer guten Ordnung für deine Belege — das ist der erste Schritt zu einer stressfreien Steuererklärung. Je besser du organisiert bist, desto einfacher wird es jedes Jahr.
Hinweis zum Artikel
Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und stellt keine Steuerberatung dar. Die Steuersituation jedes Freiberuflers ist unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab — Einkommen, Betriebsausgaben, Bundesland und persönliche Umstände spielen alle eine Rolle. Für spezifische Fragen zu deiner Steuererklärung empfehlen wir dir, einen Steuerberater oder Accountant zu konsultieren. Die Gesetze ändern sich regelmäßig, und dieser Artikel kann nicht alle Ausnahmefälle abdecken.